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Seit dem 18. Jahrhundert wird die Region des Val-de-Travers vom Absinthe geprägt. Zuerst war das Getränk aus Wermut ganz legal, dann war es verboten um schließlich im März 2005 wieder legalisiert zu werden. Noch bleibt allerdings abzuwarten, ob eine AOC (Appellation d'Origine Contrôlée) folgen wird.
Das Val-de-Travers kann als die Geburtsstätte des Absinthes gesehen werden, denn in diesem Tal wurde Ende des 18. Jahrhunderts der erste Absinthe überhaupt produziert. Bis heute bereichern diese regionalen Pflanzen den Schweizer „la Bleue“ mit ihrem edlen Geschmack und der gewissen einzigartigen Bitternote. Obwohl die Rezeptur selbst schon etwa 300 Jahre alt ist, wurde der Absinthe erstmals 1797 industriell von Daniel-Henri Dubied, der die Rechte für das über Generationen überlieferte Rezept der Familie Henriod gekauft hatte, hergestellt. Mit Hilfe seines Schwiegersohnes Henri-Louis Pernod gründete Dubied seine eigene Brennerei in Couvet, andere Produzenten wie Berger und Kübler taten es ihm gleich und halfen so mit, die „Grüne Fee aus dem Val-de-Travers“ zu verbreiten.
Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiteten hunderte von Menschen in der Absintheproduktion. Es gab in der Region etwa 15 Brennereien, 40 Plantagen und zahlreiche Lager zum Trocknen der Kräuter, wovon das von Cines in Boveresse mittlerweile unter Denkmalschutz steht.
Der große Erfolg der so genannten “Milch aus Boveresse” wurde ihr leider auch zum Verhängnis. Im Jahre 1908 wurde Absinth durch den Druck der Weinbauern und der Anti-Alkoholbewegung in der Schweiz verboten. Lediglich die Kantone Neuchâtel und Genf stimmten gegen den Gesetzesentwurf, welcher sowohl die Herstellung und den Verkauf, als auch den Import von Absinthe verbot.
1910 trat das Gesetz in Kraft und danach wurde Absinth nur noch heimlich hergestellt um das Weiterleben der „Grünen Fee“ zu sichern. Ein Mythos war geboren und im 20. Jahrhundert waren es die wenigen Schwarzbrenner die versuchten diesen in ihren Kellern und Hinterzimmern am Leben zu erhalten. Als der Absinthe am 1. März 2005 wieder legalisiert wurde, trauten sich einige der Schwarzbrenner nach und nach aus ihrem Schattendasein heraus zu treten. Der Mythos mag zwar an Kraft verloren haben, aber die Qualität der Produkte aus dem Val-de-Travers hat darunter nicht gelitten und die ersten Schritte für das Erhalten einer AOC sind bereits unternommen worden.
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